Referent*innen

Mina Ahadi Publizistin, Vorsitzende des Zentralsrats der Ex-Muslime

Mina Ahadi, Referentin "Stolz und Vorurteil"
Mina Ahadi

„Leider hat sich ein Teil der Feministinnen und Multikulturalisten an die Seite dieser islamischen Bewegung gestellt und bezeichnet den Schleier als ein normales Kleidungsstück unter vielen. Sie schweigen zu den Schmerzen und dem Leid von Millionen Frauen, die in Geschichte und Gegenwart Opfer dieser schrecklichen islamischen Frauenfeindlichkeit waren und sind. Und sie verkaufen dies der Öffentlichkeit auch noch als Freiheit der Wahl der Kleidung, oder das Recht der Frauen auf Ausübung ihrer Religion!“

(Zitat: Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE))

Doğan AkhanlıSchriftsteller, Köln

Doğan Akhanlı, Referent "Stolz und Vorurteil"
Doğan Akhanlı

„Die Hydra ist erwacht. Nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern Europas sind Nationalismus und Rassismus wieder zu gewalttätigen und gewaltverherrlichenden Monstern geworden. … Europa hat schmerzliche Lehren erlitten und die Welt leiden lassen. Diese Geschichte müssen wir im Blick behalten, wenn wir wirklich zu einem besseren und gerechteren Leben aufbrechen wollen. … Im Gegeneinander der Nationalstaaten und im Kolonialismus besteht die reale Gefahr aus der sich hierzulande der Rassismus speist.“

(Zitat: Doğan Akhanlı)

Dr. Sina Arnold Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin

Dr. Sina Arnold, Referentin "Stolz und Vorurteil"
Dr. Sina Arnold

„In der doppelten Verharmlosung des alt- wie des neudeutschen Antisemitismus zeigt sich vor allem eines: Deutschland tut sich schwer, die Realitäten der Migra- tionsgesellschaft anzuerkennen. … Über ein Fünftel der hier Lebenden hat min- destens ein eingewandertes Elternteil, und mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat eine Person mit Migrationserfahrung im erweiterten Familienkreis. … Wenn dieses Land sich als Migrations-, ja als postmigrantische Gesellschaft ernst neh- men will, … dann ist das, was auf den Straßen Berlin-Neuköllns passiert, nicht mehr der Antisemitismus der anderen, sondern der eigene. … Die Zurschaustel- lung des offenen Judenhasses ist weniger der Verweis auf eine Parallel-, sondern Ausdruck des Versagens der Mehrheitsgesellschaft.“

(Zitat: Sina Arnold)

Lothar Galow BergemannPublizist, Stuttgart

Lothar Galow Bergemann, Referent "Stolz und Vorurteil"
Lothar Galow-Bergemann

„Statt von Rechtspopulismus sollte man von Protofaschismus reden. … Die explosive Stimmung, die diese Gesellschaft in den Abgrund zu reißen droht, wurde im Miniaturformat in der Debatte um die Essener Tafel sichtbar, die Nichtdeutschen den Zutritt verweigerte. Drei brandgefährliche Entwicklungen vermengen sich miteinander. Erstens spuckt das Kapital immer mehr Arme und Entwürdigte aus. Zweitens tun Staat und Politik kaum etwas dagegen. Drittens begehren die Betroffenen nicht etwa gegen die Zustände auf, sondern treten mit Füßen gegen die, die nicht »zu uns« gehören. Der teils noch uneingestandene, zusehends aber schamlos offen artikulierte Hass gegen »die anderen« ist stärker als der Wunsch, die Ursachen von Armut und Entwürdigung zu beseitigen. Zwei Drittel der Deutschen bekundeten »Verständnis« für die nationalistische Entscheidung der Essener Tafel und auch in den politischen und intellektuellen Eliten häufen sich seitdem die menschenfeindlichen Töne.“

(Zitat: Lothar Galow-Bergemann)

Max Czollek Autor, Berlin

Max Czollek, Referent "Stolz und Vorurteil"
Max Czollek

„Statt AfD-Wähler und Pegida-Anhänger als frustrierte, ausgeschlossene, sozusagen verlorene Deutsche zu analysieren, die man zurückgewinnen muss, sollten wir lieber der Frage nachgehen, welche Vorstellungen von Zugehörigkeit das neue völkisch- rechte Denken möglich gemacht haben. … Schon heute hat knapp ein Viertel der deutschen Bevölkerung einen sog. „Migrationshintergrund“. Die Hälfte davon besitzt einen deutschen Pass.“ „Es bedarf schon grotesker Wirklichkeitsverweigerung, um zu behaupten, man qualifiziere sich erst als „Deutsche*r, folgte man einer deutschen Leitkultur. Die Vielfalt der Migrationsgeschichten, Begehren und Weltanschauungen ist längst Normalität in deutschen Städten.“

(Zitat: Max Czollek)

Thomas Ebermann & Thorsten MenseAntiHeimat Abend

Thomas Ebermann, Referent "Stolz und Vorurteil"
Thomas Ebermann
Thorsten Mense, Referent "Stolz und Vorurteil"
Thorsten Mense

„Im Namen von Idyll, Harmonie, Tradition, Brauchtum, Familie und weiterer Höllen wird gegen die Fremden und das Fremde zu Felde gezogen. Was man bereits ohne Meinungsforschung erkennen konnte, wurde mittlerweile auch empirisch belegt: Je mehr Heimatliebe, desto ausgeprägter die rassistische Gesinnung. Unbeeindruckt davon, stets dem Konstruktiven verpflichtet, bastelt die Zivilgesellschaft an ,alternativen‘ Heimatbegriffen. Und wo noch ein Restwissen oder eine Ahnung vorhanden ist, über die Geschichte dieses rechten Kampfbegriffs, der oft nur ein anderes Wort für ,Blut und Boden‘ war, zitiert man das letzte Wort aus »Prinzip Hoffnung« des marxistischen Philosophen Ernst Bloch: »Heimat« – und verschafft sich so gutes Gewissen. …“

Quelle: www.heimatfeindschaft.de

Dr. Olaf Kistenmacher – Publizist, Hamburg

Richard Gere
so ähnlich …

„Der ‚Antizionismus‘ der KPD der Weimarer Republik entwickelte sich aber nicht über den Umweg der ‚Schuldabwehr‘, sondern ergab sich aus den in der KPD virulenten antisemitischen Stereotypen und dem Antiimperialismus und linken Befreiungsnationalismus. … Die KPD der Weimarer Republik hatte die Vorstellung, es gebe quasi-natürliche Nationalitäten und nationale Territorien, nicht in Frage gestellt, vielmehr diese Vorstellung war es, die die Grundlage für ihren Antiimperialismus bildete.“

(Zitat: Olaf Kistenmacher)

Dr. Imke Leicht Politikwissenschaftlerin, Erlangen

Dr. Imke Leicht, Referentin "Stolz und Vorurteil"
Dr. Imke Leicht

„Wird der Kampf gegen patriarchale Gewalt rassistisch, wenn er sich gegen die Tradition nichteuropäischer Kulturen richtet? Und wer verteidigt dann das Menschenrecht? … Gibt es universelle, für die gesamte Menschheit geltende Normen oder sind jeweils spezifische Kulturen die einzige Legitimationsquelle für rechtliche und moralische Prinzipien?“ (Zitat: Dr. Imke Leicht) „Welche Rolle spielt der Rassismus der Mehrheitsgesellschaft? Romantisierung traditioneller Kulturen und die Verteidigung »nationaler Souveränität« stehen immer wieder gegen ein universelles Menschenrechtsverständnis. Nicht Kulturen oder Religionen sind die Subjekte menschenrechtlicher Anerkennung, sondern Menschen, »die solche kulturellen Traditionen tragen oder auch nicht mehr tragen wollen und die ihre je eigenen Identitäten ausbilden und verändern«“.

(Zitat: Dr. Imke Leicht)

Ernst Lohoff Soziologe, Nürnberg

Ernst Lohoff
Ernst Lohoff

„Der Mensch ist ein soziales Wesen, d.h. aber keineswegs, dass er immer kollektive Identitäten hat und braucht. Bei Kollektividentitäten wie Nation und Volk handelt es sich in Wirklichkeit um moderne, genuin kapitalistische Zwangsvorstellungen. Als deren phatasmagorische Überwindung bilden diese sich nur in Gesellschaften heraus, in denen Vereinzelung und allseitige Konkurrenz herrschen. Eine gemeinsame Identität ist deshalb auch nicht die Voraussetzung für eine gemeinsame emanzipative Praxis, sondern Ersatz für die reale Überwindung von Konkurrenz und Vereinzelung.“

(Zitat: Ernst Lohoff)

Sama Maani, Schriftsteller und Psychoanalytiker, Wien

Sama Maani
Sama Maani

„Linke, die jene Ideologie der „vollen Identität“ zwischen dem Islam und Individuen aus islamisch geprägten Ländern mit den Rechten teilen, und denen folglich die Inschutznahme einer Glaubenslehre „antirassistisch“ erscheint, haben jeden Anspruch auf Religionskritik, somit jeden Anspruch auf gesellschaftliche Emanzipation aufgegeben. … Emanzipatorische Religionskritik setzt die Erkenntnis voraus, dass weder „Kulturen“ noch Religionen unauflöslich mit bestimmten Ländern, Gesellschaften oder Individuen verknüpft sind, dass Menschen ihre Religion auch ändern, dass Religionen, wie im Lauf der Geschichte immer wieder der Fall, schlicht aussterben können, vor allem, dass Individuen nicht auf „ihre“ Kultur oder ihre [vermeintliche oder tatsächliche] Religion reduzierbar sind.“

(Zitat: Sama Maani)

Rainer TrampertPublizist, Hamburg

Rainer Tramper, Referent "Stolz & Vorurteil"
Rainer Trampert

 „In der heutigen Welt kämpft [im Regelfall] das Falsche gegen das Falsche. Dies festzustellen bedeutet keine Äquidistanz und keine Verachtung des Graduellen. Es bedeutet lediglich auszusprechen, dass all jene, die der Idee der klassenlosen Gesellschaft anhängen, Identität schmähen und sich zu ihrem wurzellosen Kosmopolitismus bekennen, wirkohnmächtig sind. »Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben«, schrieb Walter Benjamin; Wer keine relevanten gesellschaftlichen Kräfte, die einer Theorie Macht verleihen, auf seiner Seite hat, kann keinen Weg vom bestehenden Schlechten zum besseren Möglichen skizzieren.“

(Zitat: Rainer Trampert)

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